Hörgeräte für Senioren
Funktionsweise, Aufbau und Arten von Hörgeräten
Gutes Hören ist wichtig für das soziale Leben und die eigenständige Teilnahme am Straßenverkehr. Damit leisten Hörgeräte einen wichtigen Beitrag gegen Einsamkeit, sozialen Rückzug und mangelnde Mobilität. Gleichzeitig haben manche Senioren Schwierigkeiten mit der Bedienung der kleinen und teilweise komplexen Hörhilfen. Da sich viele ältere Menschen erst sehr spät für ein Hörgerät entscheiden, kämpfen sie zudem zunächst oft mit den Folgen der jahrelangen Hörentwöhnung. Hier erklären wir, wie man die besten Hörgeräte für Senioren findet, was Hörgeräte kosten und beantworten andere Fragen rund um Hörgeräte für Senioren.
Die für Senioren gute Nachricht vorab: Da Schwerhörigkeit vor allem bei älteren Menschen auftritt, sind die meisten unserer Kunden 60 bis 70 Jahre alt, wenn sie zum ersten Mal ein Hörgerät bekommen. Aber auch 90-Jährige betreuen wir in unseren Filialen. Daher sind die meisten Hörgeräte auf den Bedarf von Senioren zugeschnitten.

Für gutes Hören geht es nicht nur um das Hörgerät, es geht um Vertrauen…

Was sind die besten Hörgeräte für Senioren?
Ältere Menschen sind genauso vielfältig wie junge. Daher haben auch die Best Ager ganz unterschiedliche Anforderungen an ihre Hörgeräte und folglich gibt es nicht das eine „beste Hörgerät für Senioren“. Was es gibt, ist das beste Hörgerät für den jeweiligen Kunden. Unsere Hörakustiker beraten Senioren gerne, wenn es darum geht, das optimale Hörgerät zu finden. Hier eine Auswahl an Punkten, auf die wir bei der Suche nach dem besten Hörgerät für Senioren besonders achten:
- Bei manchen älteren Menschen lässt nicht nur das Gehör nach, sondern auch Sehvermögen und Feinmotorik. In diesem Fall empfehlen wir Hörgeräte mit großen Bedientasten. Außerdem macht es oft Sinn, wenn sich Senioren für ein Hörgerät mit Akku entscheiden. So entfällt der regelmäßige Batteriewechsel.
- Viele Senioren tragen neben dem Hörgerät auch eine Brille. In diesem Fall empfehlen wir geeignete Hörgeräte für Brillenträger.
- Bei fortschreitendem Hörverlust werden Geräte mit höherer Leistung nötig. Dabei handelt es sich häufig um Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte. Bei leichtem Hörverlust kommen aber auch für Senioren Im-Ohr-Hörgeräte infrage.
- Bei sturzgefährdeten Senioren und Menschen mit nachlassender Feinmotorik empfehlen wir außerdem robustere Modelle, die auch einen Sturz oder ein Fallenlassen leicht überstehen.
- Für Schwerhörige, die sich mit moderner Technik schwertun, haben wir auch einfachere, leicht zu bedienende Hörgeräte. Alternativ bieten sich auch High-End-Hörgeräte an, die sich automatisch an die jeweilige Situation anpassen und daher kaum noch vom Kunden eingestellt werden müssen.
- Viele moderne Hörgeräte lassen sich inzwischen auf Wunsch auch über Smartphones steuern. Für viele Senioren ist das eine Erleichterung, da die Smartphone-Apps normalerweise große, leicht zu erkennende Bedienelemente für die Steuerung haben. Für ältere Menschen ohne Smartphone gibt es aber auch noch klassische Hörgeräte mit Knöpfen.
- Bei manchen älteren Menschen schreitet die Schwerhörigkeit stark voran. Daher sollten Betroffene eher zu Hörgeräten greifen, die noch eine Leistungsreserve haben.
Natürlich treffen nicht alle diese Punkte auf jeden älteren Menschen zu – und wenn, dann nicht im gleichen Ausmaß. Daher erfassen unsere Hörakustiker die Situation der Kunden immer im persönlichen Gespräch. Nicht immer lassen sich alle Anforderungen unter einen Hut bringen. Gemeinsam mit den Kunden finden wir aber ein möglichst ausgewogenes Modell.
Gut zu wissen: Bekommen ältere Menschen erst nach jahrelangem, schleichendem Hörverlust ein Hörgerät, leiden sie oft an den Folgen von Hörentwöhnung. In solchen Fällen bieten wir auch für Senioren Hörtrainings an.
Was kostet ein Hörgerät?
Die Kosten für ein Hörgerät hängen vor allem davon ab, für welches Modell man sich entscheidet. So gibt es sogenannte Nulltarif-Hörgeräte, bei denen der Zuschuss der Krankenkasse die Kosten abdeckt. Gesetzlich Versicherte müssen dann nur 10 € Zuzahlung tragen. Solche Kassenmodelle sind auch für ältere Menschen völlig ausreichend.
Höherwertige Hörgeräte mit mehr Funktionen oder besserem Aussehen können andererseits auch ein paar Tausend Euro kosten.
Gut zu wissen: Die Krankenkassen übernehmen auch weitgehend die regelmäßige Wartung und Nachjustierung von Hörgeräten. Gerade für Senioren mit fortschreitender Hörminderung kann eine solche Anpassung der Hörhilfe sehr wichtig sein. Unsere Hörakustiker übernehmen die Wartung und Nachjustierung der Hörgeräte gerne für Sie.
Gibt es spezielle Hörgeräte für 90-Jährige bzw. sehr alte Menschen?
Grundsätzlich gibt es keinen Unterschied zwischen Hörgeräten für 90-jährige oder noch ältere Menschen und anderen Hörgeräten. Unsere Hörakustiker passen ihre Empfehlung für die besten Hörgeräte für Senioren immer an die Bedürfnisse und Fähigkeiten des einzelnen Kunden an.

Gibt es spezielle Hörgeräte für Demenzkranke?
Ein unbehandelter Hörverlust kann ein Risikofaktor für die Entwicklung von Demenz sein, aber grundsätzlich haben Demenz und Alzheimer wenig mit Hörminderungen zu tun. Deshalb gibt es auch keine speziellen Hörgeräte für Demenzkranke. Allerdings gibt es einige Dinge, die Demenzkranken und ihren Angehörigen das Leben mit dem Hörgerät erleichtern:
- Demenzkranke und Menschen mit Alzheimer haben normalerweise Probleme, die Bedienung komplexer Hörgeräte zu erlernen bzw. sich ihre Funktionsweise zu merken. Daher machen bei Demenzkranken Hörgeräte mit einfacher Bedienung Sinn. Beispielsweise können Hörgeräte mit automatischer Anpassung an die Situation eine Option sein.
- Viele an Demenz erkrankte Menschen sind selbst nicht mehr in der Lage, ihr Hörgerät anzulegen und zu bedienen. Deshalb weisen unsere Hörakustiker auf Wunsch auch Angehörige oder Pflegekräfte in die Bedienung der Hörgeräte ein.
- Demenzkranke vergessen häufiger, wo sie ihr Hörgerät abgelegt haben – und sie lagern sie teilweise auch an sehr ungewöhnlichen Orten. Für solche Fälle bieten wir Hörgeräte mit einer Ortungsfunktion an. Angehörige können die Hörhilfen dann mit dem Smartphone finden.
Was ist der Unterschied zwischen Hörhilfen, Hörgeräten und Hörverstärkern für Senioren?
Hörhilfen sind ein allgemeiner Sammelbegriff, der unter anderem Hörgeräte, Cochlea-Implantate und Hörverstärker umfasst. Bei Hörverstärkern für Senioren handelt es sich um einfache Hörhilfen, die das tun, was ihr Name sagt: Sie verstärken Töne, bevor sie zum Ohr gelangen. Das tun sie meist unabhängig von der Tonhöhe oder von der Lautstärke. Eine zufallende Tür wird also genauso verstärkt wie ein Flüstern.
Gerade bei Senioren ist der Hörverlust in verschiedenen Tonhöhen aber meist unterschiedlich stark ausgeprägt. Schwerhörigkeit beginnt meist bei höheren Frequenzen. Daher helfen einfache Hörverstärker für Senioren nur bedingt, da sie beispielsweise einen brummenden Diesel-Motor – den ältere Menschen oft auch ohne Hörgerät noch gut wahrnehmen könnten – genauso verstärken wie eine hohe Kinderstimme.
Moderne Hörgeräte dagegen können so eingestellt werden, dass sie verschiedene Frequenzbereiche individuell verstärken. Außerdem lassen sie sich an die jeweilige Situation anpassen, beispielsweise mit eigenen Programmen für Gespräche, Teilnahme am Straßenverkehr oder Konzerte. Darüber hinaus können Hörgeräte für Senioren auch so eingestellt werden, dass laute Geräusche weniger verstärkt oder sogar gedämpft werden. Dadurch kann weiteren Schäden am Gehör vorgebeugt werden.

Für gutes Hören geht es nicht nur um das Hörgerät, es geht um Vertrauen…
