Hörgeräte-Innovationen 2021

Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte in Ladestation auf einem Tisch mit Glasvase und Zeitschriften im Wohnzimmer

Smarte Hörgeräte revolutionieren den Markt.

Hörgeräte-Technik
30.03.2021

Immer mehr smarte Hörgeräte auf dem Markt

Wir zeigen Ihnen die Neuheiten des Jahres

Corona – kein anderer Begriff prägte das Jahr 2020 mehr als dieser. Und auch in diesem Jahr kommen wir nicht an Covid-19 vorbei. War es 2019 in der Hörakustik-Branche noch üblich, regelmäßig Fachveranstaltungen zu besuchen, fanden im Jahr 2020 die meisten, wenn überhaupt, digital statt. Hörgeräte-Hersteller nutzten Online-Plattformen zur Präsentation ihrer neuen Produkte. Eine Verknüpfung mit Fachmessen wie bisher gab es selten. Die Folge: Produkt-Einführungen fanden zu völlig unterschiedlichen Zeiten statt.

Auf der anderen Seite ist zu sehen, dass das letzte Jahr technologisch richtungsweisend war. Im Frühjahr letzten Jahres kündigten sich neue Hörsystem-Innovationen an. Inzwischen erobern viele von ihnen den Markt. Allen voran haben smarte Hörsysteme durch die Corona-Pandemie an Wichtigkeit gewonnen. Die Vernetzung der Hörsysteme mit digitalen Geräten war noch nie so gefragt wie heute. So hat Video-Telefonie in den letzten Monaten einen Boom erlebt. Die Audioübertragung über die Hörgeräte direkt in beide Ohren verbessert die Qualität des Gespräches um ein Vielfaches. Die Vorteile lassen sich sowohl beruflich als auch privat, beispielsweise bei Videogesprächen mit den Liebsten erleben.

Auch in diesem neuen, besonderen Jahr gilt: Es ist wieder mit einigen Neuerungen und sogar echten Neuheiten zu rechnen. Lesen Sie im Folgenden mehr über die Hörgeräte-Innovationen 2021:

Signia

Im Januar lud das Erlanger Hörgeräte-Unternehmen Signia zur Online-Präsentation neuer Geräte. Insgesamt 17 Produktinnovationen kündigte der Hersteller an. Und Signia versprach nicht zuviel. Das Unternehmen erweitert seine im letzten Jahr gelaunchte X-Plattform um vier weitere Bauformen.

Motion X erscheint in drei Hinter-dem-Ohr Varianten. Für leichte bis mittlere Hörverluste, im Power- und im High-Power Segment. Die innovative Chip-Technik ist somit für alle Hörverluste verfügbar. Fünf Technologie-Stufen runden das Portfolio ab. Alle Motion X-Geräte sind ausschließlich mit wiederaufladbaren Akkus sowie mit Bluetooth-Technologie ausgestattet.

Hand hält eine weiße Box im Vordergrund, verschwommene Frau im Hintergrund
Signia Active (Bildquelle: Signia)

Eine echte Neuheit präsentierten die Erlanger mit Signia Active und Signia Active Pro. Die neue Bauform im schlanken EarBud-Design erinnert mehr an einen modernen, kabellosen Kopfhörer als an ein Hörsystem. Signia Active brilliert neben audiologischer Performance und außergewöhnlicher Bauform mit umfangreicher Bluetooth-Technologie. Die wiederaufladbaren EarBuds bieten Hörperformance für einen ganzen Tag. So stellen sie Consumer-Produkte in Design, Leistung und Qualität mit Leichtigkeit in den Schatten.

Oticon

Anfang dieses Jahres erschien mit Oticon More die neueste Plattform des dänischen Herstellers in drei Technikstufen. Die Geräte mit externem Lautsprecher und Li-Ionen Akku-Technologie machen den nächsten Schritt in Oticons seit 2016 eingeschlagenem Weg.

Bei den neuen Geräten kommt eine Untergruppierung der künstlichen Intelligenz (KI) zum Einsatz: das Deep Learning.

Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte in Ladestation auf einem Tisch mit Glasvase und Zeitschriften im Wohnzimmer
Oticon More (Bildquelle: Oticon)

Zur Erklärung: Einer KI fällt es leicht, Probleme zu lösen, die auf mathematischen Grundlagen basieren. Das Deep Learning kommt hingegen zum Einsatz, wenn Computer Aufgaben übernehmen, die für Menschen leicht durchzuführen sind. Sie lassen sich schwer durch Regeln formulieren. Wir lösen diese Aufgaben intuitiv. Gute Beispiele sind die Sprach- oder Gesichtserkennung. Für eine digitale Lösung dieser Art benötigen Computer die Fähigkeit, aus Erfahrungen zu lernen.

Zum Sammeln der entsprechenden Erfahrungen verließen Oticons Entwickler das Labor. Sie gingen mit einem 360° Mikrofon in die wirkliche Welt, um Klänge in realen Situationen aufzunehmen. Insgesamt zwölf Millionen Geräusche zeichneten sie auf. Anhand der Bewertungen von Menschen lernte das „tiefe neurale Netzwerk (DNN)“ dazu. Das Ziel: Eingehende Signale sollten nach der Verarbeitung durch das Hörsystem weiterhin natürlich und klar klingen.

Oticon More scannt die gesamte Klangumgebung 500 mal pro Sekunde. Nach der Analyse nutzt die Technologie das umfangreiche Training des DNN. Es verarbeitet die identifizierten Klänge, um einen Kontrast zwischen ihnen zu erzeugen. Dieser revolutionäre Ansatz bringt somit zeitgleich gutes Sprachverstehen und natürlichen Klang.

Widex

Sound like no other: So lautet die neue Markenbotschaft von Widex Hörgeräte. Ende Februar präsentierte sie der Hersteller im Rahmen des ersten digitalen Widex Sound Summits der Öffentlichkeit.

In diesem Zusammenhang ging es vor allem um die Erweiterung und Erneuerung des Hersteller-Portfolios. Und hier hatte Widex mehrere Ankündigungen im Gepäck. Zum einen gibt es einige Neuerungen bei der Moment-Plattform. Diese stellte Widex vor gut einem Jahr vor und hebt die Plattform nun auf die nächste Ebene. Neben einem audiologischen Update (mehr Verstärkung/ natürlicherer Klang) ist Moment ab Mitte April in drei weiteren Bauformen lieferbar.  Eine sehr kleine Im-Ohr Variante und zwei neue Hinter-dem-Ohr Geräte runden das Portfolio ab. Somit ist Widex Moment nun in acht Bauformen und 13 Farben erhältlich.

Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte der Marke Widex stehen vor der Ladestation
Widex Moment (Bildquelle: Widex)

Des Weiteren stellte Widex die neue Economy-Plattform Magnify vor. In den Technikstufen Magnify 50 und Magnify 100 sind ab Mitte April alle acht Bauformen in fünf Farben erhältlich. Mit Magnify 100 hat Widex zudem erstmals ein Akku-System in dieser Technikstufe platziert.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass alle Bluetooth-fähigen Geräte der Magnify- und Moment-Familie zukünftig mit dem TV-Play Audiostreamer für Fernsehgeräte koppelbar sind. So werden Ihre Widex Hörgeräte zu einem diskreten kabellosen TV-Kopfhörer.

GN Resound

Der dänische Hörgeräte-Hersteller GN Resound nutzt seit einigen Jahren die Berliner Messe, um Produkte zu präsentieren. Er verdeutlicht somit, dass Hörsysteme heutzutage keine reinen Medizinprodukte sind, sondern dass sie auch der Unterhaltung dienen — Die Vernetzung von Geräten macht es möglich.

Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte liegen neben Smartphone mit offener App
ReSound One (Bildquelle: GN ReSound)

Im letzten August stellte GN die neue Plattform Resound One in drei Technikstufen und Bauformen auf der Internationalen Funkausstellung vor. Die IFA ist eine der wichtigsten Unterhaltungselektronik-Messen der Welt. Als Besonderheit kommt in den oberen beiden Preisstufen erstmals die einzigartige Ex-Hörer-Technologie M&RIE zum Einsatz. Ein zusätzliches Mikrofon im Gehörgang nutzt hier die individuelle Ohrform, um den Schall an seinem natürlichen Ort aufzunehmen. In geräuschvollen Umgebungen kommen die beiden weiteren Mikrofone zum Tragen. Sie erzeugen ein persönliches Hörerlebnis in den schwierigsten Hörumgebungen. Resound One erscheint in acht neuen Farben.

Ganz aktuell kündigt Resound zudem neue Geräte im unteren Preissegment an. Resound Key ist ab sofort in drei Preisstufen und allen bekannten Bauformen verfügbar. Mit dem Key 4 bringt Resound erstmals ein Akku-System in diesem Preissegment. Zudem sind die Geräte aller Preisstufen mit Android und iOS-Smartphones sowie sämtlichem Resound-Zubehör koppelbar.

Phonak

Im Herbst kam Phonak mit der Paradise-Plattform auf den Markt. Die Geräte sind in vier Technikstufen und Ex-Hörer-Bauformen lieferbar. Paradise ist die konsequente Weiterentwicklung der Marvel-Technologie und knüpft an diese an.

Als Highlights benennt Phonak den Speech Enhancer. Er verstärkt leise oder entfernte Sprache in ruhiger Umgebung. In geräuschvollerem Umfeld kommt die personalisierte Störgeräusch-Unterdrückung zum Einsatz. Mit Dynamic Noise Cancellation personalisiert der Nutzer den gewünschten Grad der Reduktion in Echtzeit. Die neue myPhonak App bietet alle entsprechenden Optionen. Paradise lässt sich gleichzeitig mit zwei Bluetooth-Geräten, beispielsweise dem Fernseher und dem Telefon koppeln. Der Wechsel zwischen beiden Geräten funktioniert nahtlos.

Bildausschnitt von hinten, Mann sitzt im Auto und deutet auf Hörgerät, Spracheingabe ist auf Smartphone aktiviert
Phonak Paradise (Bildquelle: Phonak)

Mit einem Fingertipp Telefonanrufe annehmen, Musik streamen oder einen Sprachassistenten nutzen — Das alles macht ein Bewegungssensor in Phonak Paradise ab der Technikstufe 50 möglich. Das eingebaute Mikrofon erlaubt zudem freihändiges Telefonieren und das Aktivieren von Sprachassistenten wie Siri, Google Assistant oder Alexa.

Autor: Dirk Herzog (Leiter der HÖRGERÄTE SEIFERT-Filiale in Traunstein)

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