Hörgeräte verbessern Lebensqualität und Gesundheit 

Eine Frau und ein Mann schauen sich lachend an. Die Frau hält eine Blume in der Hand.

Was die Hörstudie Eurotrak über den Stand der Hörgesundheit, Hörverluste und die Hörgeräte-Nutzung in Deutschland verrät

Welt des Hörens
03.06.2026

Wie steht es eigentlich um die Hörgesundheit in Deutschland? Die aktuelle EuroTrak Deutschland Hörstudie 2025 liefert darauf fundierte Antworten und zeigt zugleich, warum eine frühzeitige Hörgeräteversorgung heute wichtiger ist, denn je. 

Seit 2009 wird die groß angelegte Untersuchung regelmäßig vom Züricher Marktforschungsinstitut Anovum im Auftrag der europäischen und deutschen Hörgeräte-Hersteller (EHIMA und BVHI) durchgeführt. Präsentiert wurden die Ergebnisse 2025 unter anderem über die Initiative Hörgesundheit. Ziel der Studie ist es, Trends rund um Hörverlust, Hörgeräte-Nutzung und Versorgungswege sichtbar zu machen und damit Aufklärungsarbeit zu leisten. 

Über 9 Millionen Menschen mit Hörminderung 

Die aktuellen Zahlen sprechen eine klare Sprache: 10,9 % der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland schätzen ihre Hörfähigkeit selbst als gemindert ein. Das entspricht rund 9,11 Millionen Menschen. 

Besonders auffällig ist der altersabhängige Anstieg: Während jüngere Altersgruppen vergleichsweise selten betroffen sind, steigt der Anteil der Menschen mit Hörverlust ab dem 55. Lebensjahr deutlich an und erreicht bei den über 74-Jährigen mehr als ein Drittel. 

Gleichzeitig zeigt sich eine positive Entwicklung: Der Versorgungsgrad steigt kontinuierlich. Mittlerweile nutzen 47 % der Personen mit selbst eingeschätzter Hörminderung Hörgeräte, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Erhebungen. 

Hörgeräte-Nutzung: früher versorgt, länger getragen 

Trotz dieser positiven Entwicklung besteht weiterhin Verbesserungspotenzial: Zwar steigt der Versorgungsgrad kontinuierlich, dennoch vergehen nach Feststellung der Hörminderung im Durchschnitt noch etwa drei Jahre bis zur Hörgeräteversorgung. 

Einmal angepasst, werden Hörsysteme jedoch konsequent genutzt: 

  • Durchschnittliche tägliche Tragedauer: 8,8 Stunden 
  • Jeder vierte Hörgeräteträger trägt sein Gerät sogar über 12 Stunden täglich 
  • Nur 4 % der verordneten Hörgeräte werden nicht regelmäßig getragen 

Diese hohe Akzeptanz zeigt, dass moderne Hörgeräte im Alltag gut angenommen werden und für viele Menschen eine echte Unterstützung darstellen. 

Hörgeräte verbessern Lebensqualität und Gesundheit 

Die EuroTrak Hörstudie 2025 bestätigt erneut, dass eine professionelle Hörgeräteversorgung weit über das reine „Besserhören“ hinausgeht. 

Hörgeräteträger berichten deutlich häufiger von: 

  • besserer Schlafqualität
  • geringerer körperlicher Erschöpfung am Abend 
  • höherem Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr 
  • aktiverem Sozialleben 
  • mehr Selbstvertrauen 

Besonders in belebten Umgebungen und im Straßenverkehr fühlen sich viele Menschen mit Hörgeräten sicherer, da Richtungshören und das Wahrnehmen von Warnsignalen deutlich verbessert sind. Das betrifft sowohl Autofahrer als auch Fahrrad- oder E-Bike-Nutzer. 

Kurz gesagt: Hörgeräte steigern nachweislich die Lebensqualität. 

Hörgesundheit und Arbeitsleben 

Ein weiterer zentraler Aspekt der Studie ist die Bedeutung von Hörsystemen im Berufsalltag. Die große Mehrheit der berufstätigen Hörgeräteträger gibt an, im Job von ihrer Versorgung zu profitieren. 

In Zeiten von Fachkräftemangel und längerer Lebensarbeitszeit ist das ein wichtiger Faktor: Wer gut hört, bleibt leistungsfähig, konzentriert und kommunikationsstark – entscheidende Voraussetzungen für langfristige Erwerbstätigkeit. 

Drei jüngere Menschen in einer Bürosituation

Informationsdefizit beim Hörtest 

Trotz positiver Entwicklungen gibt es weiterhin Handlungsbedarf. Über ein Drittel der Befragten hat noch nie einen Hörtest gemacht. Besonders in der Altersgruppe zwischen 50 und 60 Jahren besteht Nachholbedarf. 

Dabei gilt: Je früher eine Hörminderung erkannt wird, desto einfacher und erfolgreicher ist die Versorgung. Ein regelmäßiger Hörtest sollte daher genauso selbstverständlich sein wie die Kontrolle der Sehstärke. 

Digitalisierung in der Hörgeräteversorgung 

Ein spannender Trend zeigt sich im Bereich der App-Nutzung: 

Bereits 35 % der Hörsystemträger verwenden eine Smartphone-App zur Steuerung ihrer Hörgeräte. Die Zufriedenheit ist hoch, was zeigt, dass moderne Hörgeräte zunehmend digitaler, individueller und komfortabler werden. 

Für uns bei Hörgeräte Seifert ist klar: Hörgesundheit ist Lebensqualität. Deshalb setzen wir uns täglich dafür ein, Menschen frühzeitig zu beraten, individuell zu versorgen und langfristig zu begleiten. 

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Autor: Redaktion HörWelt

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