Hörgerät nach Hörsturz
gegen Hörminderung & Tinnitus
Ein Hörsturz ist eine Erkrankung, bei der auf einem Ohr plötzlich eine starke Hörminderung oder sogar Taubheit auftritt. Betroffene beschreiben oft ein dumpfes Gefühl wie „Watte im Ohr“, häufig begleitet von Ohrgeräuschen (Tinnitus) oder leichtem Schwindel. Obwohl ein Hörgerät nach einem Hörsturz in vielen Fällen helfen kann, sollten Betroffene aber nicht zunächst zum Hörgeräteakustiker, sondern sofort zum HNO-Arzt gehen.
Hintergrund: Obwohl die Gründe für einen Hörsturz noch nicht vollständig erforscht sind, werden ähnliche Ursachen wie bei Herzinfarkten und Schlaganfällen angenommen: Vermutet wird eine Minderdurchblutung der Hörschnecke aufgrund verstopfter Blutgefäße, wodurch eine Innenohrschwerhörigkeit entsteht. Die Risikofaktoren hierfür sind dieselben wie bei Herz-Kreislauferkrankungen. Um fortschreitende Schäden zu vermeiden, sollte umgehend der HNO-Arzt aufgesucht werden, um möglichst innerhalb der ersten Stunden mit der Behandlung zu beginnen. Der HNO-Arzt kann außerdem andere Erkrankungen als Ursache für den Hörverlust abklären und ggf. behandeln.
Hörsturz oder Tinnitus?
Hörsturz und Tinnitus sind zwei völlig verschiedene Dinge. Beim Hörsturz handelt es sich um eine Erkrankung, die sich vor allem durch einen meist einseitigen, plötzlichen auftretenden Hörverlust zeigt. Dabei kann es sich um vollständige Taubheit, eine deutliche Hörminderung oder um eine stark reduzierte Hörleistung in bestimmten Frequenzbereichen handeln.
Tinnitus ist dagegen ein Symptom, bei dem Betroffene permanente Ohrgeräusche wie Rauschen, Pfeifen oder Summen wahrnehmen, ohne dass tatsächlich eine Geräuschquelle vorhanden ist. Der Tinnitus kann verschiedene Ursachen haben.
Tinnitus kann aber als Symptom bei einem Hörsturz auftreten. Zusammen mit einem Druckgefühl auf dem Ohr ist Tinnitus ein häufiger Vorbote des Hörsturzes. Außerdem kann Tinnitus nach einem Hörsturz zum Dauerzustand werden.
Wie hilft ein Hörgerät nach Hörsturz?
Hat die Behandlung des Hörsturzes durch den HNO-Arzt begonnen, sollte mit der Verschreibung eines Hörgeräts zunächst ein paar Wochen gewartet werden. Der Grund dafür ist, dass in einem Großteil der Fälle eine spontane Heilung eintritt und das Hörvermögen wiederhergestellt wird. Allzu lange sollten Betroffene allerdings nicht warten, da sonst die Gefahr besteht, das Hören zu verlernen.
Ein Hörgerät kann die durch den Hörsturz verursachten Einschränkungen auf verschiedene Weise kompensieren. Dabei kommt es vor allem darauf an, wie sich der Hörsturz konkret äußert:

- Ein Hörsturz ist fast immer einseitig. Führt er auf einem Ohr zu einer vollständigen Taubheit, kann daher ein CROS-Hörgerät oder BICROS-Hörgerät eine Hilfe sein. Dabei werden Schallsignale am einen Ohr mit einem Mikrofon aufgezeichnet und an ein Hörgerät auf der anderen Seite weitergeleitet. Das erleichtert die räumliche Wahrnehmung und macht Geräusche, deren Quelle auf der „tauben Seite“ liegt, besser hörbar. So kann man Gesprächen in lauten Umgebungen besser folgen und sich besser im Straßenverkehr orientieren.
- Führt der Hörsturz nicht zu vollständiger Taubheit, sondern zu einer einseitigen Hörminderung, kann ein einzelnes Hörgerät nach dem Hörsturz die Hörfähigkeit wieder fast vollständig wiederherstellen. Ein Hörgerät kann dabei unterschiedlich stark betroffene Frequenzbereiche gezielt verstärken.
- Besteht eine einseitige Taubheit nach einem Hörsturz nur in bestimmten Frequenzbereichen, kann ein Hörgerät diese Tonhöhen in den noch funktionierenden Frequenzbereich verschieben. Beispielsweise können alle hohen Töne in tiefe Töne umgewandelt werden. So werden alle Töne wieder hörbar, wenn auch verzerrt.
- In schweren Fällen von Innenohrschwerhörigkeit kann auch ein Cochlea-Implantat (CI) eine Option sein. Dabei wird eine Komponente des Hörgeräts in den Kopf implantiert und so direkt der Hörnerv stimuliert.
- Wird der Hörsturz von Tinnitus begleitet, kann oft ein Tinnitus-Noiser bzw. Tinnitus-Masker Abhilfe schaffen. Diese erzeugen selbst weniger störende Geräusche, die das Gehirn vom Tinnitus ablenken.
Für die hier beschriebenen Hörgeräte gibt es auch bei einem Hörsturz einen Zuschuss von der Krankenkasse. Voraussetzung ist, dass das Hörgerät vom HNO-Arzt verordnet wurde. Gerne beraten wir Sie unverbindlich in einer unserer Filialen zu den Optionen für Hörgeräte nach einem Hörsturz.

Für gutes Hören geht es nicht nur um das Hörgerät, es geht um Vertrauen…
