Tinnitus

Frau hält sich mit geschlossenen Augen die Ohren zu

Wenn der Klang im Ohr zur Belastung wird.

Aus der Hörakustik
04.11.2019

Tinnitus erkennen

Mögliche Ursachen und Behandlung

Nein, wirklich alleine ist man nie, wenn man Tinnitus hat. Da ist dieses Pfeifen, Summen, Pochen, Rauschen oder ein anderes Tönen, welches einen fortwährend begleitet. Denn der Begriff „Tinnitus“, abgeleitet vom lateinischen Wort für „klingeln“, steht für jede Art von Ohrgeräusch, das ohne äußeren akustischen Reiz wahrgenommen wird.

Die Ursachen für einen Tinnitus sind bis heute vielfältig und von der Forschung auch immer noch nicht vollständig geklärt. In vielen Fällen lässt sich Tinnitus aber auch auf eine beginnende Schwerhörigkeit zurückführen: Die Wahrnehmung verändert sich durch den Hörverlust, woraufhin das Gehirn versucht, das Defizit auszugleichen. Dadurch können die unangenehmen Ohrgeräusche entstehen.

Mehrere Millionen Menschen alleine in Deutschland teilen dieses Schicksal. Streng genommen müsste man alle Menschen hinzuzählen, weil vermutlich jeder irgendwann in seinem Leben kurzfristig solche Geräusche hört.

Bei mehrtägigen Ohrgeräuschen zum Arzt

Doch nicht alle Betroffenen leiden unter ihrem Ohrgeräusch. Zumindest nicht dauerhaft. Wenn der Tinnitus durch kurze Stressphasen auftritt, kann er von alleine wieder verschwinden. Sobald er mehrere Tage hintereinander zu hören ist, sollte der Betroffene zeitnah den HNO aufsuchen, da nach drei bis sechs Monaten keine Behandlung mehr möglich ist. Nach einem halben Jahr spricht man bereits vom „chronischen“ Tinnitus, der bei knapp drei Millionen Menschen in unserem Land dauerhaft vorliegt.

Aber auch mit einem solch anhaltenden Geräusch kann oftmals problemlos umgegangen werden. Im Fall des sogenannten „kompensierten“, also nicht weiter belastenden Tinnitus, schafft es der Betroffene, mit einem entsprechenden angepassten Hörsystem über die störenden Ohrgeräusche hinwegzuhören.

Verschiedene Therapien sind möglich

Fast zwei Millionen Menschen in Deutschland gelingt dieses „Weghören“ nicht. Ein Großteil von ihnen leidet sogar so stark unter dem inneren Geräusch, dass sie therapeutische Hilfe benötigen. Hierfür ist der spezialisierte HNO-Arzt die zentrale Anlaufstelle. Tinnitus und seine Ursachen sind so individuell wie die betroffenen Menschen. Nur der Spezialist kann deshalb nach einer fundierten Diagnose die passenden medizinischen oder therapeutischen Maßnahmen empfehlen. Ein vollständiges Verschwinden des Tinnitus ist dadurch zwar vielleicht möglich, aber wiederum auch nicht gewährleistet.

Der wichtigste und am besten durch wissenschaftliche Studien belegte Ansatz neben der erwähnten Hörsystem-Versorgung ist die sogenannte „Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT)“, bei der über unterschiedliche Wege auf eine Gewöhnung und damit Linderung des Tinnitus hingearbeitet wird.

Dazu gehört in vielen Fällen die Anwendung eines permanenten leisen Therapiegeräusches mittels eines kleinen Gerätes, dem sogenannten „Noiser“. Auch in vielen Hörsystemen ist dieses Signal bereits integriert.

Wir sind Ihr Ansprechpartner

Da diese Funktionen vom Hörakustiker entsprechend des individuell vorliegenden Tinnitus ausgewählt und eingestellt werden muss, sind auch hierbei die Spezialisten von HÖRGERÄTE SEIFERT Ihre kompetenten Ansprechpartner.

Autor: Redaktion Hörwelt

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